www.elpecestates.com > Nachrichten
Español
Inglés
Alemán

Suchmaschine
Datei Nº



Suchmaschine
Provinz
Ort


Nachrichten

Ronda
30/07/2008

Wichtige Information über Ronda.

Ronda
Ronda

Grundfläche: 477,50 km2
Einwohnerzahl: rund 35.000
Bezeichnung der Einwohner: „Rondeños“
Au?ergewöhnliche Exkursionen: Brücke “Puente Nuevo”, Stiftskirche San Francisco, Haus des San Juan Bosco, Kirche Virgen de la Paz, Casa del Gigante (arabisches Wohnhaus), Palast von Mondragón, Plaza Duquesa de Parcent, Hauptkirche Santa María de la Encarnación, Turmhäuschen (Casita de la Torre), Rathaus, Kirche La Caridad, Stiftskirche Santa Isabel de los Angeles, Kirche Espíritu Santo, Stadttor „Puerta de Almocábar“, Stadttor „Puerta de Carlos V“, Stiftskirche der Madres Franciscanas, Stiftskirche San Francisco, Museum der Banditen (Museo del Bandolero), Jagdmuseum (Museo de la Caza), Thematisches Museum Lara (Museo Temático Lara), Museum von Joaquín Peinado, Minarett von San Sebastián, Palast des Herzogs von Salvatierra, Casa del Rey Moro, Torbogen des Arco de Felipe V, Sillón del Rey Moro, Brücke “Puente Viejo”, Brunnen der acht Rohre (Fuente de los ocho caños), Kirche Padre Jesús, Stiftskirche Madre de Dios, Tempel der Virgen de los Dolores, Kirche Santa Cecilia, Kirche del Socorro, Stierkampfarena, Gärten von Blas Infante, Kirche de la Merced, Hotel Reina Victoria, Mozarabisches Kloster Virgen de la Cabeza, Arabische Bäder, römische Funde von Acinipo.
Geographische Lage: im Norden des gleichnamigen Landkreises, zwischen den Naturparks Sierra de las Nieves, Grazalema und Los Alcornocales. Der Ortskern befindet sich auf 740 Meter Höhe über dem Meeresspiegel, 113 Kilometer von der Provinzhauptstadt entfernt. Der durchschnittliche jährliche Niederschlag liegt bei 650 l/m2 und die Temperatur beträgt im Schnitt 15º C.
Touristikinformation: Rathaus, Plaza Duquesa Parcent, s/n (29400). Tel: 952 873 240; Fax: 952 875 441. Tourismusbüro, Paseo Blas Infante, s/n. Tel: 952 187 119

Wenn ein Dichter vom Kaliber eines Rainer Maria Rilke, der sich so exakt auszudrücken wusste, Ronda als “die erträumte Stadt” bezeichnet, hat er wohl seine Gründe gehabt. Nach seinem Besuch wird auch der Besucher die Worte des Dichters bestätigen, vor allem wenn er sich schon wieder entfernt hat und sich an diese Stadt wie an einen Traum statt an einen fassbaren Ort erinnert.

Wer sich zum ersten Mal aufmacht, Ronda zu besichtigen, nähert sich dem Ort oft mit der postkartenähnlichen Vorstellung eines seiner Monumente, seiner Landschaftsbilder oder einem seiner vielen typischen Winkel. Doch diese Bilder werden ihm nicht weiterhelfen oder er wird sie kaum wieder erkennen, denn in die Realität, die er vorfindet, ist eine ganz andere. Ronda gehört zu jenen wenigen Städten, die man nur mit sich selbst vergleichen kann. Eine Reproduktion oder ein Vergleich mit anderen Orten ist unmöglich. Dies wird dem Besucher klar, sobald er sich in die Altstadt begeben hat und sich vor seinem Auge die überwältigende Architektur und die Landschaft öffnet, getränkt mit konzentrierter Geschichte und Legenden, welche die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fantasie undeutlich werden lassen und gerade dadurch die Einzigartigkeit von Ronda bestätigen.

Die Stadt liegt auf einer Hochebene etwa 750 Meter über dem Meeresspiegel und scheint durch den berühmten Tajo de Ronda in zwei Teile geteilt. Es handelt sich um eine Schlucht von 100 Metern Tiefe und etwa 500 Metern Länge, an deren Grund der Río Guadalevín fließt. An der Westseite der Stadt endet die Hochebene mit einer schroffen steilen Felswand, ähnlich der Schlucht selbst, und ab hier beginnt eine ausgedehnte fruchtbare Landschaft, die sich bis zu den Bergen der Serranía de Ronda erstreckt, nach welcher der Landkreis benannt wurde.

Die Felsenmalereien in der Höhle Cueva de la Pileta (Benaoján) bezeugen, dass das Gebiet um Ronda schon mindestens seit dem Paläolithium bewohnt gewesen ist, und die in manchen Ausgrabungen in der Stadt Ronda gefundenen Reste deuten darauf hin, dass es hier menschliche Siedlungen schon im Neolithium gegeben hat. Es war jedoch der Geschichtsschreiber Plinius, der Ronda in der Geschichte verankert, indem er sich in einer seiner Aufzeichnungen auf das „Arunda“ im 6. Jh. v.C. bezieht, in dem keltische Bastulos lebten, während er die Iberer als die Gründer der nahegelegenen Ortschaft Acinipo bezeichnet.

Danach waren es die Phönizier, die Griechen, die Karthager und die Römer, die sich nacheinander und für unterschiedliche Dauer in dieser Gegend niederließen. Die Römer nannten sie „Laurus“ und errichteten die heute verschwundene Burg Laurel, von wo aus sie die kriegerischen Stämme der Keltiberer beobachteten. In jener Zeit war jedoch die Ortschaft Acinipo und nicht Ronda die Gemeinde mit der größeren Bedeutung, wie die Tatsache der Münzenprägung beweist.

Nach dem Zerfall des Römischen Imperiums erlitten Ronda und Acinipo die Invasion der Germanen, wobei Acinipo sogar von Byzantinern besetzt wurde, die den Ort definitiv im 7. Jh. verließen, als in Ronda die Westgoten Einzug hielten. Mit der Ankunft der Araber erhielt die Stadt den Namen Izna Rand Ronda und begann, eine gewisse politische und wirtschaftliche Bedeutung zu erlangen.

Am Ende des 9. Jh. und Beginn des 10. Jh. erlebte das Gebirgsland und besonders seine Hauptstadt sehr intensiv den Aufstand, den Omar Ben Hafsun von Bobastro (Ardales) aus gegen das Kalifat in Córdoba organisierte. Später, in der ersten Hälfte des 11. Jh., nach dem Fall des Kalifats von Córdoba, verwandelten die Berber die Stadt Ronda in ein Taifas-Reich. Während dieser Zeit erlebte der Ort einen bedeutenden städtebaulichen Aufschwung.

Die Stadt verlor ihre Unabhängigkeit im Jahre 1066, als sie in das Königreich Sevilla eingegliedert wurde. Ab diesem Zeitpunkt wurde Ronda fast 400 Jahre lang von den verschiedenen Stämmen Nordafrikas und letztendlich durch die Nasriden von Granada beherrscht. Während dieser langen Zeit erlebte die Stadt Zeiten des Wohlstands und der Expansion, Stillstand und sogar Rückschritt. Die christlichen Truppen marschierten im Jahre 1485 in Ronda ein.

Das Zusammenleben zwischen Moslems und Christen dauerte nicht allzu lange und schon brach die Revolte der Morisken aus, die sich im Gebirgsland von Ronda besonders kriegerisch entwickelte, bis hin zur Vertreibung aller Morisken im Jahre 1609. Wie jedes andere Dorf in der Provinz Málaga erfuhr auch Ronda eine Zeit des Verfalls, der ungefähr bis zum 18. Jh. andauerte, als sich die Stadt durch den Bau der „Neuen Brücke“ zum Stadtviertel Mercadillo und seiner berühmten Stierkampfarena hin ausweitete.

Die französischen Truppen, mit José Bonaparte persönlich an der Spitze, hielten 1810 in Ronda Einzug. Dieses Ereignis erzeugte einen ungewöhnlichen Kriegszustand in der gesamten Gebirgsregion, der sogar noch anhielt, nachdem die Truppen Napoleons den Ort im Jahre 1812 schon verlassen hatten. Diese Bewegung endete mit der Existenz von Banditengruppen -den berühmtesten von ganz Spanien im 19. Jh.- über die so viele Legenden und Geschichten erzählt und geschrieben wurden.

Mit der Einweihung der Bahnlinie im Jahre 1891 und dem Bau mehrerer Straßen fand Ronda dank einer bemerkenswerten sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung den Anschluss an das 20. Jh. Auf Bestehen von Blas Infante, dem Vater des andalusischen Gedankens, wurde Ronda 1918 als Veranstaltungsort für den Andalusischen Kongress ausgewählt. Bei dieser Versammlung wurden die Fahne und das Wappen der Autonomen Region von Andalusien beschlossen.

Anreise

Ausgehend von der Costa del Sol gibt es drei mögliche Wege nach Ronda. Einer von ihnen beginnt in der Stadt Málaga, hier nimmt man die Landstrasse A-357 in Richtung Campillos. Etwa 6 Kilometer hinter der Ortschaft Ardales fährt man auf die A-367, die über Cuevas del Becerro direkt nach Ronda führt.

Ein anderer Weg beginnt in San Pedro de Alcántara. Von der Autovía AP-7 bzw. N-340 zweigt die A-376 ab, auf der man weiterfährt, bis man Ronda erreicht. Dies ist die am häufigsten benutzte Strecke, wenn der Ausgangspunkt die Westliche Costa del Sol ist. Die Straße befindet sich in einem hervorragenden Zustand, sie ist recht kurvenreich und bietet Ausblicke auf eine wunderschöne Landschaft.

Schließlich kann man von Manilva aus ebenfalls auf die Autovía AP-7 bzw. N-340 fahren, von hier auf die A-377 abbiegen und bis nach Gaucín fahren, wo man wiederum auf die A-369 abzweigt, die etwa drei Kilometer vor Ronda in die A-376 mündet.